Fernweh…

Morgensonne. Orange gefärbter Himmel. Nebel liegt auf den Wiesen wie eine Daunendecke. Sie schlafen noch. Ich bin wach, klammere mich an die Tasse meines Heißgetränks und schaue dem Weg hinterher, der sich in die Ferne schlängelt. Hügel verdecken den Blick in die Unendlichkeit.

Genau jetzt beginnt mein Innerstes zu jucken und sendet eine geschwollene Hitze in meine Brust. Sehnsucht. Sehnsucht nach dieser Ferne und den traumhaften Orten die dort liegen müssen. Genau hinter diesem Hügel, hinter dem sich der kleine Weg verliert, mag ein wundersamer Wald oder ein See, ein Fluss oder eine Blumenwiese in ihrer vollkommensten Pracht liegen. Das Geländer meines Balkons ist wie ein Gatter, das mich gefangen hält. Fernweh…

Die Realität will mich erinnern, welche Stadt doch in diese Himmelsrichtung liegt, dass dort gar nicht genug Platz für Seen und ein Wunderland ist. Denn dort kommt Stuttgart oder Waiblingen oder irgendein anderer Ort. Doch mein Innerstes, das Jucken, es will dort die Phantastik sehen. Will mir sagen, es wäre möglich auf das Geländer zu steigen und ich könne mich einfach abdrücken und in die Ferne schwimmen. Ja, schwimmen. Ich bin noch nie geflogen, ich schwimme in der Luft. Wenn ich verfolgt werde in meinen Träumen, schaffe ich es gerademal so hoch, dass mich die Hände der Verfolger nicht erreichen können. Schwimme ich ohne Verfolger, erreiche ich Höhen weit über Baumkronen und bekomme Höhenangst. Sehr sinnvoll, Lydeen…

Fernweh ist etwas sehr akutes bei mir. Es packt mich und schüttelt mich und hat mich für einige Stunden und sogar manchmal für Tage infiziert. Tage, in denen ich mein Geld zähle und Flüge in ferne Länder ansehe. Länder, bei denen hinter Hügeln tatsächlich Wunderländer liegen.

Die Frage ist nur, ist es wirklich das, wonach mein Innerstes schreit? Warum schreibe ich wohl fantastische Geschichten? Warum träume ich von Ländern, die es eben nur in Träumen gibt? Warum hoffe ich, dass Magie die Welt erfüllt und die Erde tatsächlich zu mir spricht, wenn ich meine Finger in sie stecke? Ich habe Vermutungen und dennoch keine Antworten. Jeder von euch, hat seine eigene Geschichte. Der Mensch ist dazu geboren sich stets die Frage zu stellen: „Soll es das nun gewesen sein?“ Die Technik hat die verrücktesten Dinge geschaffen und Forscher sind noch immer auf der Suche nach fremdem Leben im All. Wir alle sind dazu berufen, mehr zu wollen. Muss wohl in unseren Genen liegen. Ich träume eben vom fernen Wunderland. Oder sehe eine spannend aussehende Person in der Bahn und frage mich, ob das wirklich ein Mensch ist. Und manchmal sehen die Leute tatsächlich aus, als hätte sich ein fremdes Wesen in ihre menschliche Hülle gezwängt. Wie Edgar (Äggar und sein Zuckerwasser) von Men in Black.

Ja klar, halte ich mich dann für völlig Banane. Doch spätestens zu Hause, aber noch viel eher im selben Moment, packe ich Zettel und Stift aus und eine neue Geschichte entsteht. Eine Geschichte, die das Fernweh etwas lindert. Denn in ihr, liegt hinter dem Hügel tatsächlich ein Wunderland.

Es wird dich ganz sicher verzaubern aber du läufst ebenso Gefahr den Kopf zu verlieren.

Tja, wer nicht wagt der nicht gewinnt…

Wonderland

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