Nun bin ich Er

Der Lauf der Waffe wirkt so surreal. Mein Körper gerät außer Kontrolle und Gedanken, die meinen Verstand durchfahren, sind flutschig wie ein Stück Mango. Plötzlich ist da nur noch Schwärze in meiner Zukunft. Kein Termin, zu dem ich heute eh keine Lust hatte. Nicht mehr mit dem süßen Typ schreiben, der mir plötzlich so fürchterlich langweilig scheint. All das wird durch das Schwarz im Lauf der Waffe verdrängt.

Ich höre mein Schluchzen, spüre, wie meine Nase läuft, wage jedoch nicht, mich zu rühren. Dann sehe ich seinen Finger zucken. Statt zu brüllen, wage ich einen letzten Blick in das Gesicht meines Mörders. Verbittert und schmutzig. Er soll mein Ende sein?

Soll er doch fühlen, was ich fühle! Soll er wissen, welches Grauen er anrichtet! Und in jener Sekunde, in der ich den Knall höre, sehe ich in meine eigenen Augen, wie in einen Spiegel. Sehe den Rotz an meiner Nase und die Verwirrung, bevor Schmerz über mein Gesicht wischt.

Dann wird mir klar: ich sehe nicht in einen Spiegel. Nun bin ich er.

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