Aus der Kuriositäten Kiste

Tag – äh – keine Ahnung.

Wenn ich schon dabei bin meine Kuriositäten auszupacken, hier eines meiner liebsten Stücke:


Gestern klopfte ein Fremder an meine Tür. Ich öffnete nur für einen Schlitz, um mürrisch nach seinem Anliegen zu fragen. Recht überrascht über meine Reaktion, bat er mich darum, mich zu beruhigen. Nichts von schwerer Nötigung sei sein Anliegen, er wolle Klöße. Die auf Kartoffelteig-Basis. Ob ich welche zu verleihen hätte.
Wie ich erfahren konnte, hatte er kein Interesse an Gesprächen zu Gott oder Staubsaugern per se. Was solls, dachte ich und gab ihm ein Rezept. Zubereitet hätte ich keine, da fehle einiges an Zutaten. Er ging. Dabei hob er das zerknüllte Stück Papier mit dem Rezept aus einer Pfütze neben meinem Gartentor.
Eine Woche darauf klopfte es wieder an meiner Tür. Fast hätte ich es nicht gehört, ich holte im Keller gerade die Schuhe aus der Waschmaschine.
Als ich öffnete und – noch ohne den Gast zu sehen – nach dem Anliegen fragte, fuhr der Fremde mit den Klößen zusammen. Wieder bat er mich, Ruhe zu bewahren und ich horchte seiner Forderung nach Semmelknödeln geduldig. Ich gab ihm Brösel und ein Rezept und ließ ihn berieselt vor der Tür zurück. Wieder kein Interesse an Gott oder Staubsaugern. Nur wohl die Enttäuschung über nicht zubereitete Beilagen.
Die Woche drauf ging es um Spätzle und die Existenz meiner Türklingel. Er war sehr bestürzt über alles was ich tat als ich wieder keine Verkaufsgrundlage sah und außerdem kein Verständnis für seine Anliegen aufbringen konnte. Mir wurde es zu viel und ich bat ihn – etwas bestimmt – zu gehen. Er drohte – wohl aus Enttäuschung – mit rechtlichen Folgen. Blumen mochte er nicht. Veilchen schon gar nicht.
Was blieb mir? Wenn ich nach rechts in meinen Wohnraum sah wurde mir ganz unwohl. Die Stapel Magazine verteilten sich nicht selbst. Auch wenn sie noch so sehr von Erlösung sprachen. Und nie könne hier so viel Dreck herrschen, dass all die Staubsauger Begründung fanden. Also musste ich, wie jeden Tag, meine Kniegelenke mit Tape versteifen, eine Mullbinde um den Kopf wickeln und den Worten meiner geliebten Mutter folgen: „Arbeit findest du nur dort draußen, du Saubalg!“

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