Wünscht Ihr euch Freiheit?

Welche Art der Freiheit?

Ich habe fast geheult, als ich den Bildschirmschoner vom Fire-TV-Stick gesehen habe. Und vorhin stand ein Wohnmobil auf dem Supermarktparkplatz. Woraufhin ich wieder Pipi in die Augen bekommen habe. Das ist nichts Ungewöhnliches, ich bin sensibel und nah am Wasser gebaut. Wobei ich gern behaupten würde, dass es mich mich juckt, juckt es mich doch. Denn man wird gerne missverstanden. Das sollte mich auch nicht jucken, aber ich werde nicht so gerne missverstanden.

Jedenfalls ist mir klar geworden, dass mich wieder Fernweh gepackt hat. Dieser seltsame Wunsch nach einer ganz besonderen Form der Freiheit. Kein Beton, keine Maschinen, kein fremdes Geplapper irgendwelcher Menschen. Menschen sind so unfassbar anstrengend.

Ich mag euch, ehrlich. Ich freue mich mit euch und wünsche jedem nur das Beste. Und ich leide mit euch, als würde ich das Leid der gesamten Welt auf meinen Schultern tragen.

Doch letztlich will ich meine verdammte Ruhe haben. Auch so eine sensible Reaktion. Unwohlsein schlägt gern mal in Verbitterung um. Oder in Wut.

Also sehe ich dieses Wohnmobil, eine Giftschleuder, keine Frage, und sehe in ihm diese Freiheit und Ruhe. Wegfahren, wohin mich mein Herz trägt und schlafen, wo morgens keine Rasenmäher laufen, keine Klospülung fremder Leute durch meine Wand plätschert. Sein, wo nur die Natur ihren Gesang über mich legt. Mit einer Decke aus flauschigem Frieden.

Ich weiß, ich könnte doch einfach meine Sachen packen und gehen. Und keine Frage, ich weiß, die Natur ist nicht friedlich. Die Welt ist grausam. Und als ich das letzte mal im Wald war, hatte ich eine Zecke.

Es ist nicht der Wunsch, einen netten kleinen Urlaub in der Natur zu machen. Es ist das Bedürfnis, anders zu leben. Den Asphalt sprengen zu wollen, um dort Bäume zu Pflanzen. Frei zu sein, unabhängig zu sein. Nur Regeln und Leuten zu unterliegen, die ich auch für richtig oder wenigstens tragbar halte.

Eine Freiheit, die keinem Menschen wahrlich zuteil wird. Vielen noch weniger als mir. Weit weniger als mir. Doch das ändert nicht meinen Wunsch.

Wie stark ist euer Bedürfnis nach jener Freiheit? Was meint Ihr, woher das kommt? Was tut Ihre dafür oder dagegen?

Ich weiß woher es bei mir kommt. Aber zu wissen woher, hilft nicht so recht bei der Frage, was man dafür oder dagegen tun kann.

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11 Kommentare zu „Wünscht Ihr euch Freiheit?

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  1. Ich hatte einen schönen langen Text, der das Thema verfehlt hat. (Pflegeheim der Zukunft, wer erträgt mich morgen eigentlich und wischt den Hintern ab, wenn ich heute keine Familie zusammenschuster, die mich morgen mal besucht)
    Eigentlich hätte ich die Freiheit, ihn einzuschicken, was mich allerdings in der Kommentarrunde strenggenommen ausschließt und meine Person in die Kategorie „Eigenbrötler“ schiebt. Diese Art von Freiheit saß mir in einem Starbucks-Café räumlich entfernt gegenüber und sprach in den Raum und doch mit niemandem. Gleichzeitig.
    Gruselig. Ich merkte das in einem Moment, als die Internetverbindung etwas länger brauchte zu laden.

    Bei der Frage nach dieser Freiheit merke ich oft, wie unfrei Arbeit, Freunde, Gesellschaftsaktivitäten (Chor, Veranstaltungstechnik) und Familie machen, selbst wenn ich mir alles frei ausgesucht habe. Gleichzeitig bin ich glücklich darüber, dass diese Entscheidungen und Fügungen letztenendes davor bewahren, eigensinnig von der Brücke zu springen, um die Freiheit ohne die Verantwortung zu wählen, welche sich hinter der Freiheit versteckt.

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    1. Das ist ein sehr interessanter Gedankengang. Alles hat seinen Preis, sage ich sehr gern. Man möge nur wählen, welchen man bereit ist zu zahlen.
      Ziele erreichen und dafür Konsequenzen eingehen ist eine Sache. Die Ziele müssen stimmen. Aber da gibt es ja so viel mehr: physische Freiheit, emotionale Freiheit, Freiheit durch Gleichberechtigung, finanzielle Freiheit…
      Freiheit ist so flutschig und vielfältig wie ein angelutschtes Bonbon.
      Ich fühle mich zb sehr schnell in meiner privaten Freiheit beraubt. Nachbarn, Vermieter, Chefs, Leute an der Kasse beim Einkauf. Das lässt sich schwer beschreiben und ist scheinbar auch selten. Doch spannend ist, welche Art der „Freiheit“ den einzelnen am meisten beschäftigt.
      Die Wahl nimmt einem eine andere Freiheit. Manch einer hat die Wahl nicht. Manch einer will die Wahl nicht, aus einem weiteren eigensinnigen Wunsch nach Freiheit.

      Dein Text würde mich übrigens sehr interessieren. Wie hast du vor, weiter mit ihm umzugehen?

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  2. Wenn du deine Freiheit im Außen suchst wirst du sie nicht finden.Freiheit kannst du nur in dir finden.Dort liegt dein Herz und dein Mut das zu tun was immer du auch möchtest.Freiheit ist es sich zu erlauben so zu leben wie man das möchte und sich das zu nehmen nach dem es einem verlangt.Dazu muss du bereit sein mit allen Konsequenzen daraus zu leben.Das ist Freiheit.

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    1. Zumindest die, die du zu suchen scheinst, oder vielleicht gefunden hast?
      Womöglich hat jeder seine eigene Definition. Spätestens dann wenn Entscheidungen, jene Konsequenzen man bereit wäre einzugehen, einem verweht bleiben. Da, durch den Einfluss höhere Gewalt, Optionen gar nicht zur Verfügung stehen.
      Du sprichst wohl mehr von innerer Freiheit die mehr einem „mit sich im Reinen sein“ gleicht. Diese Freiheit ist sehr abstrakt und individuell. Da wir aber Sinne besitzen und das Außen uns mehr wie das Innen formt, ist äußere Freiheit weit leichter zu definieren. Wenn auch das nur recht irrational, weil man häufig wünscht, was man nicht kennt.

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