Ich hoffe was Geiles

Heute wollte ich eine Geschichte schreiben. Sie kam mir irgendwann neben der Planung für das Manuskript und dem Gucken einer Folge auf Netflix.

Dann schreibe ich so drauf los:

In einer Bar voller Dämonen sagt einer zu dir
“Ich bin besoffen.”
Du denkst dir, ist ja nicht schlimm.

Ziemlich roh, einfach mal ein paar Sätze.

Dann folgt:

Sagt eine wenig bekleidete Dämonin

Und ich denke, war ja klar. Die DämonIN ist wenig bekleidet, der Dämon war besoffen. Also ändere ich:

Sagt ein wenig bekleideter Dämon.
“Ich bin sexy.”
Du denkst dir, das ist definitiv keine Sünde.

Bleib ich also beim männlichen Geschlecht. Die Gedanken haben mich aber raus gebracht und ich schließe die Datei.

Kurz darauf, ich habe eine neue Folge gestartet, öffne ich wieder die Datei. Zuerst lese ich drüber, stelle Interpunktionsfehler fest, und schreibe den nächsten Teil:

“Ich töte gerne.”
Na das hört sich endlich wie ein echter Dämon an. Du drehst dich zur Stimme, sitzt da ein Mensch.

Fuck, denke ich. Irgendwie lasch.

“Ich lüge. Ständig”, sagt ein anderer Dämon an der Bar.

Presse ich raus und frage mich, worauf zur Hölle ich eigentlich raus will. Angeekelt will ich alles löschen. Aber ich hebe es dennoch auf. Eine dieser Messi-Dateien, die man vielleicht mal wieder gebrauchen kann. Vielleicht fällt mir ja ein, welche Intention ich hatte, als ich den ersten Satz geschrieben hab.

Irgendwas Geiles, hoffe ich. Zweifelnd.

Eher eine dieser unehrlichen Intentionen, unbedingt irgendwas sagen zu müssen, obwohl ich einfallslos war.

Schreibprozess. Selbstdarstellung oder Fresse halten.

Ach, ich kann ja doch die Fresse nicht halten 😉

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Ein Kommentar zu „Ich hoffe was Geiles

Gib deinen ab

  1. Hier ein Gedankenspiel, hoffentlich kann ich die Gedanken schnell genug einfangen: Dämonen sind wohl das Gegenteil ihrer Darstellung. Nicht verrucht, sexy, zum Anbeißen verführerisch – eigentlich sehen sie eher aus wie der spießbürgerliche erzkonservative Priester mit dem Moralfinger, und zwar die von der Sorte, dass sie alles verteufeln und für sündig erklären, um dabei der mangelnden Authentizität durch Kegel, Wanst und Roter Nase überführt zu werden.
    Gerade durch das Verbotene Tun des Moralfingers werden wir verführt und tun das gleiche (Weil er tut das ja auch, nur wir können das besser), um dann von den Folgen erschlagen in der Hölle zu landen und den Dämon neben uns liegend zu finden: „sach mal haste mir nich zujehört oder wat?“

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